Spannende Einblicke in die Welt der Mathematik

16.02.26 – Auszeichnungen der Teilnehmenden der Regionalrunde der Mathe-Olympiade

Erfolgreiche Teilnahme an der Regionalrunde

Nach der Schulrunde im September durften 15 Mitglieder der Schülerschaft unserer Schule an der Regionalrunde der 65. Mathematik-Olympiade im Städtischen Gymnasium Gütersloh teilnehmen.

Siegerehrung und mathematischer Fachvortrag

Bei der Siegerehrung in der Aula des Städtischen Gymnasiums Gütersloh begrüßte Schulleiter Herr Biermann die Teilnehmenden, bevor der Physikprofessor Dr. Jürgen Schnack einen Vortrag zum Thema „Bitte Zahlen, aber alle!“ hielt.

In humorvoller, die Schülerschaft einbeziehender Art und Weise wurden anschaulich die folgenden Fragestellungen beantwortet und bewiesen:

  • Gibt es eine größte natürliche Zahl?
  • Gibt es eine größte Primzahl?
  • Gibt es mehr Zahlen, die durch 3 teilbar sind, oder mehr Zahlen, die durch 4 teilbar sind?

Dabei wurde darauf verwiesen, dass der Begriff „gleich viele“ in der Mathematik nicht präzise genug ist. Stattdessen wird der Begriff der „Mächtigkeit“ von Zahlenmengen eingeführt. Die natürlichen Zahlen, die ganzen Zahlen und die rationalen Zahlen sind gleichmächtig. Reelle Zahlen, zu denen auch √2 oder π = 3,1415… gehören, sind hingegen mächtiger.

Spannende Einblicke rund um die Kreiszahl Pi

Herr Schnack berichtete zudem, dass um 1900 in einem US-Bundesstaat ein Gesetzesentwurf eingebracht wurde, der die Kreiszahl π neu definieren sollte. π sollte dabei den Wert 3 erhalten. Anhand der Konstruktion eines gleichseitigen Sechsecks mit einem Zirkel wurde verdeutlicht, dass ein Sechseck mit dem Umfang 3d offensichtlich einen kleineren Umfang besitzt als ein Kreis. Damit zeigte sich schnell, dass diese Idee mathematisch nicht sinnvoll ist.

Fragen der Mathematik und Physik

Außerdem wurde erläutert, dass es in Bezug auf die Mächtigkeit von Zahlenmengen Fragestellungen gibt, die bis heute nicht entschieden werden konnten. Dazu gehört die Frage, ob es eine Zahlenmenge gibt, deren Mächtigkeit zwischen der Mächtigkeit der natürlichen Zahlen und der Mächtigkeit der reellen Zahlen liegt (Kontinuumshypothese).

Mit der Mächtigkeit der rationalen beziehungsweise irrationalen Zahlen hängt auch folgendes Phänomen zusammen: Betrachtet man das Integral von 0 bis 1 der folgenden Funktionen:

so ergibt sich für den Flächeninhalt der Funktion f der Wert 0, für die Funktion g hingegen der Wert 1.

Abschließend wurde die Frage untersucht, ob nicht nur unendlich groß, sondern auch unendlich klein möglich ist. Fragestellungen wie, ob ein Elektron trotz positiver Masse unendlich klein sein kann oder ob schwarze Löcher unendlich klein sind, können beispielsweise in einem Physikstudium weiter erforscht werden.

Ehrung für starke Wettbewerbsleistungen

Im Anschluss an den Vortrag wurden die Teilnehmenden für ihre Leistungen in der Regionalrunde geehrt, an der insgesamt 136 Schülerinnen und Schüler beteiligt waren. In diesem Jahr qualifizierten sich sechs Teilnehmende für die Landesrunde in Münster.

Von der Schülerschaft des Ratsgymnasiums wurden folgende Ergebnisse erzielt:
Jona Peitz (7d), Fred Brormann (8c), Rasmus Nieten (9a) und Carlotta Hornberg (10a) nahmen erfolgreich teil. Jody Reier (6c), Ludwig Meier-Westhoff (7d), Alva Linzel (8d), Antonia Garle (9b), Luis Wittreck (9c) und Linus Peukes (Q1) erreichten eine Anerkennung. Ben Holewa (5c), Johanna Haverkock (7b) und Marian Mihlan (6d) belegten jeweils den dritten Platz. Mona Wittler (5b) erreichte einen zweiten Platz und Lilli Mok (6b) sogar den ersten Platz.

Ein tolles Ergebnis! Herzlichen Glückwunsch und viel Erfolg für Lilli bei der Landesrunde in Münster.

Text & Foto: GEL