19.02.26 – Bestsellerautor Stephan Orth hält einen Multimediavortrag am Ratsgymnasium
Am Freitag, den 13. Februar 2026 durfte das Ratsgymnasium einen besonderen Gast begrüßen: Der Bestsellerautor Stephan Orth stellte vor über 350 Schülerinnen und Schülern sein Buch „Couchsurfing in der Ukraine“ in einem eindrucksvollen Multimediavortrag vor.
Reisen in ein Land im Krieg
In der Aula berichtete Orth vor den Jahrgangsstufen 9 bis zur Q1 von seinen persönlichen Erlebnissen in einem Land im Krieg. Seit Beginn der russischen Invasion im Februar 2022 reist er immer wieder in die Ukraine, übernachtet bei Einheimischen auf dem Sofa, hört ihre Geschichten, hilft beim Wiederaufbau und dokumentiert, wie Menschen ihren Alltag zwischen Luftalarm, Zerstörung und Hoffnung bewältigen.
Dabei stellte er zentrale Fragen: Wie geht es den Menschen, die geblieben sind? Wie sieht ihr Alltag aus? Was gibt ihnen Hoffnung? Und was hat dieser Krieg mit uns in Europa zu tun?
Begegnungen, die bewegen
Eine besondere Verbindung zu dem Land hat der Autor durch seine ukrainische Exfreundin. Von Beginn an hat er den Krieg intensiv miterlebt. Aus nächster Nähe erfuhr er die Brutalität von Raketenangriffen – und zugleich die beeindruckende Widerstandskraft der Bevölkerung. Bewegend erzählte er unter anderem von der 85-jährigen Lijdia, die seit der Zerstörung ihrer Wohnung durch eine Rakete im eigenen Keller lebt und dennoch sagt: „Alles wird gut werden.“ Solche Begegnungen machen sein Buch zu einem packenden Bericht über das Leben im Ausnahmezustand.
Unterstützt wurde der Vortrag durch zahlreiche Fotos, Videos und Musik. So vermittelte Orth nicht nur Fakten, sondern auch Emotionen. Der Krieg, so wurde deutlich, ist kein fernes Geschehen, sondern Teil unserer europäischen Realität.
Ein Blick hinter die Schlagzeilen
Neben seinen Erfahrungen in der Ukraine sprach der Autor auch über frühere Reisen, etwa nach Russland vor Kriegsbeginn, sowie über weitere Bücher wie „Couchsurfing im Iran“, „Couchsurfing in Saudi-Arabien“ und „Couchsurfing in Russland“. Dabei wurde deutlich, dass seine Arbeit stets darauf abzielt, hinter politische Schlagzeilen zu blicken und die Menschen in den Mittelpunkt zu stellen.
Im Anschluss nutzten viele Schülerinnen und Schüler die Gelegenheit, Fragen zu stellen – zur aktuellen Situation in der Ukraine, zu seinen persönlichen Einschätzungen sowie zu seinen Reisen und seinem Beruf als Autor. Das große Interesse zeigte, wie sehr der Vortrag die Jugendlichen bewegte.
Nachhaltiger Eindruck
Die Veranstaltung war deutlich mehr als eine klassische Lesung oder ein Reisevortrag. Sie regte dazu an, genauer hinzusehen, sich eine eigene Meinung zu bilden und Mitgefühl für die Menschen in einem vom Krieg gezeichneten Land zu entwickeln. Viele Schülerinnen und Schüler verließen die Aula sichtlich bewegt und nachdenklich – mit einem nachhaltigen Eindruck von einer Gesellschaft, die trotz aller Zerstörung nicht aufgibt, sondern weiter kämpft, hofft und lebt.
Text: FOR
Foto: MES

