Q1 auf ArchitekTOUR

Projektkurses sammelt Ideen für eigene Arbeiten

13.05.26 – Zwischen den stillen Erftauen von Hombroich, Backsteinpavillons voller Kunst und den gläsernen Fassaden Düsseldorfs begab sich der ArchitekTOUR-Kurs der Q1 auf eine Reise durch ganz unterschiedliche Welten der Architektur. Unter der Leitung von Herrn Meister und in Begleitung von Frau Grammer erkundeten die Schülerinnen und Schüler Orte, an denen sich Natur, Kunst und Städtebau auf eindrucksvolle Weise begegnen – und sammelten dabei zahlreiche Eindrücke für die eigene kreative Arbeit.

Kunst und Natur im Einklang

Die Museumsinsel Hombroich in Neuss ist ein Projekt, das Kunst, Architektur und Natur unter dem von Paul Cézanne geprägten Motto „Kunst ist eine Harmonie parallel zur Natur“ vereint: ein Landschaftsschutzgebiet in den Erftauen, in dem Kunstwerke ohne erklärende Texte oder künstliche Beleuchtung präsentiert werden.

Der Bildhauer Erwin Heerich entwarf hierfür zehn geometrische, skulpturale Gebäude aus Backstein, die selbst als Kunstwerke fungieren und zugleich Ausstellungsräume sind. In den Pavillons befinden sich insbesondere Werke der klassischen Moderne, unter anderem von Cézanne, Klimt, Matisse und Arp.

Die Raketenstation als Kulturort

Fußläufig entfernt liegt die sogenannte Raketenstation Hombroich, die ihren Namen daher trägt, dass dort einst Flugabwehrraketen stationiert waren. Nachdem der NATO-Luftverteidigungsgürtel im Zuge der deutschen Wiedervereinigung aufgegeben worden war, erwarb ein Sammler und Mäzen das gesamte Areal mit dem Ziel, daraus einen Ort der Kunst zu machen. Heute befinden sich dort unter anderem die Langen Foundation mit ihrem von Tadao Ando entworfenen und von der Fachwelt gefeierten Ausstellungsgebäude sowie weitere Architekturprojekte und Künstlerateliers.

Auch das Gästehaus der Stiftung Museumsinsel Hombroich, das ebenfalls architektonisch bemerkenswert ist, befindet sich auf dem Gelände und stand der Gruppe exklusiv zur Verfügung. Dort konnten die Schülerinnen und Schüler in Ruhe Architekturstudien betreiben, zeichnen, aquarellieren und fotografieren. Der Abend klang unter anderem beim gemeinsamen Kochen aus.

Architektur zwischen Vergangenheit und Gegenwart

Am nächsten Tag führte die Exkursion aus der Abgeschiedenheit der Raketenstation ins lebendige Düsseldorf. Dort stand ein Architekturspaziergang auf dem Programm, der von aktuellen Bauten – unter anderem im Medienhafen – bis hin zu historischen Baudenkmälern wie der Alten Messe reichte. Das Areal wurde 1926 für die „GeSoLei“, die „Große Ausstellung für Gesundheitspflege, soziale Fürsorge und Leibesübungen“, errichtet.

Ein weiteres, noch älteres Gebäude hatte es den Schülerinnen und Schülern besonders angetan – nicht zuletzt wegen seiner Funktion und Lage: Die Adresse „Königsallee 57“ gehört zum Görres-Gymnasium, einer städtischen Schule in bester Lage. Damit teilt die Düsseldorfer Schule eine Besonderheit mit dem Ratsgymnasium. Zudem entstand der Altbau des Görres-Gymnasiums exakt im selben Jahr wie der des Ratsgymnasiums: Beide Gebäude wurden 1906 als Vertreter der sogenannten repräsentativen Bildungsarchitektur des frühen 20. Jahrhunderts errichtet.

Alte Fassaden und neue Ideen

Damit enden die Parallelen jedoch weitgehend. In Düsseldorf wurde der historische Wert des Gebäudes erkannt; deshalb wurde der markante Bau im Jahr 2001 unter Wahrung des Denkmalschutzes modernisiert und in seine ursprüngliche Pracht zurückversetzt. Der Altbau des Ratsgymnasiums wurde zwar ebenfalls über Jahrzehnte hinweg modernisiert, verlor dabei jedoch weitgehend seinen ursprünglichen Charakter und auch seine repräsentative Backsteinfassade.

Eine Fassade ganz anderer Art beeindruckte die Schülerinnen und Schüler ebenfalls besonders: Der „Kö-Bogen II“ gilt als Beispiel klimaresilienten Bauens und verfügt über eine Fassade aus acht Kilometern gestaffelter Hainbuchenhecken. Gemeinsam mit dem modernistisch-eleganten Dreischeibenhaus und dem skulptural wirkenden Düsseldorfer Schauspielhaus bildet das begrünte Gebäude rund um den Gustav-Gründgens-Platz heute ein Ensemble von besonderer städtebaulicher Qualität.

Freizeit zwischen Matcha und Manga

Die unmittelbar anschließende Schadowstraße mit ihren zahlreichen Geschäften sowie die Immermannstraße, auch als „Little Tokyo“ bekannt, boten den Schülerinnen und Schülern in ihrer Freizeit anschließend vielfältige Möglichkeiten, bei Matcha und Manga eigene Akzente zu setzen.

Insgesamt boten die beiden Tage eine große Bandbreite architektonischer und kultureller Eindrücke. Nun bleibt spannend zu beobachten, inwiefern diese Erfahrungen die eigenen architektonischen Arbeiten der Schülerinnen und Schüler im Rahmen ihrer Projektkursarbeiten beeinflussen werden.

Text und Fotos: MEI