Mit Herz, Haltung und Leidenschaft

Abschied von drei prägenden Persönlichkeiten: Schalück, Konieczny-Böhmker und Host verlassen das Rats

11.07.25 – Mit dem Schuljahresende verabschiedet sich das Ratsgymnasium nicht nur von einem Abiturjahrgang, sondern auch von drei Lehrkräften, die das Schulleben über Jahrzehnte hinweg in besonderem Maße mitgeprägt haben: Ulla Schalück, Heinrich Konieczny-Böhmker und Claudia Host. Jede und jeder von ihnen hat auf eigene Weise Spuren hinterlassen – sowohl fachlich als auch menschlich.

Ulla Schalück: Forschen aus Leidenschaft

Ulla Schalücks Begeisterung für Naturwissenschaften war ansteckend – im Unterricht und darüber hinaus. Nach dem ersten Staatsexamen arbeitete sie zunächst an der Universität und bei Bertelsmann, bevor sie 2003 ans Ratsgymnasium zurückkehrte, das sie selbst als Schülerin besucht hatte. Dort wurde sie rasch fester Teil des Kollegiums.

Mit großer Leidenschaft baute sie die Naturwissenschaften am Rats auf und engagierte sich besonders beim Umbau des Chemie-Trakts 2008 sowie in Schulprojekten und Wettbewerben. Bereits beim ersten Wettbewerb 2008 wurden drei ihrer fünf Gruppen ausgezeichnet; zuletzt folgte sogar Ninib Hannas Teilnahme am Bundeswettbewerb als krönender Abschluss einer langen und erfolgreichen Wettbewerbsbegleitung.

Ein Höhepunkt war für Schalück die Einführung des Biochemie-Differenzierungskurses, in dem sie mit spektakulären Experimenten wie unter Wasser brennenden Wunderkerzen für Staunen sorgte. „Schüler mit solchen Experimenten zu überraschen – das war mein größter Antrieb“, sagt sie heute.

Sie stand viele Jahre für einen lebendigen, forschenden Chemieunterricht. Jetzt freut sie sich auf freie Zeit mit der Familie – und aufs Experimentieren ganz ohne Lehrplan.

Heinrich Konieczny-Böhmker – Pädagogik auf der Piste und im Grünen

Seit 2001 war Heinrich Konieczny-Böhmker, meistens nur „Herr Koy“ genannt, Teil des Ratsgymnasiums. Sein Name ist untrennbar verbunden mit der legendären Skifahrt nach Fügen, die er viele Jahre begleitet und seit 2009 auch organisatorisch verantwortet hat. „Es war immer beeindruckend, wie viele Ehemalige sich später wieder als Begleitpersonen, Skilehrer und Unterstützer gemeldet haben“, erzählt er. Dass Ärzt:innen, Jurist:innen oder Lehrkräfte ihre Praxen und Büros schlossen, um bei der Fahrt dabei zu sein, zeigt: Die Skifahrt war mehr als eine Schulveranstaltung. Sie repräsentiert eine Gemeinschaft, in der Generationen von Schüler:innen und Lehrer:innen zusammenwuchsen.

Auch andere außerschulische Lernorte wie Hardehausen lagen ihm am Herzen. Die Verbindung von Unterricht mit echten Erfahrungen in der Praxis zog sich durch seine Arbeit und formte eine Pädagogik, die weit über das Klassenzimmer hinausging.

Im Ruhestand freut er sich nun auf das, was lange zu kurz kam: Spaziergänge mit dem Hund, Zeit mit seiner Frau und das Reisen abseits der Hauptsaison. „Ich will erstmal nicht zu viel planen – einfach mal losfahren, ganz ohne Terminkalender.“

Claudia Host – Zwischen Klassenleitung und Koordination

Seit 2001 gehörte Claudia Host zum festen Bestandteil des Kollegiums. Als Deutsch-, Mathe- und Englischlehrerin war sie von Anfang an eine Allzweckwaffe für die Schulgemeinschaft. Nebenher war sie aber auch Klassenlehrerin, Stufenkoordinatorin und Mitgestalterin zahlreicher Projekte und so prägte sie das Schulleben in vielen Bereichen. Besonders wichtig war ihr immer die enge Arbeit mit der Schülerschaft: „Ich hatte das Glück, viele tolle Klassen und Kurse begleiten zu dürfen. Jede war auf ihre Weise besonders“, so Host.

Als Stufenkoordinatorin verband sie strukturelles Geschick mit Empathie und Überblick. „Ich mochte diese Mischung aus Verwaltung und Menschlichem – Organisation mit einem offenen Ohr“, sagt sie. Nun zieht es sie ins Ausland: Nach Tallinn, an eine staatliche Schule mit deutscher Abteilung, die sie künftig leiten wird. Dort erwarten sie neue Aufgaben im Rahmen des Auslandsschuldienstes.

„Ich freue mich sehr auf das neue System, auf engagierte Schüler:innen, ein modernes Schulgebäude und vor allem darauf, das Baltikum jenseits des Urlaubs kennenzulernen.“ Die Sprache zu lernen, bereitet ihr ebenfalls bereits sehr viel Freude, auch wenn sie über die langen Wintermonate und die eisige Ostsee noch mit Respekt spricht.

Die Schulgemeinschaft wünscht allen dreien von Herzen alles Gute für den neuen Lebensabschnitt: für das Weiterexperimentieren mit den Enkeln, das Innehalten im Grünen oder das neue Kapitel in Tallinn.

Text: MES/Foto: VOS