Streit ist ganz normal

Konflikte lösen am Rats

Streitigkeiten und Konflikte unter Schülern kommen tagtäglich in jeder Schule vor. Dies ist normal und nicht weiter beunruhigend, wenn es nicht zu körperlichen Ausschreitungen und verbaler Aggression kommt. Am Rats kümmern sich Streitschlichter um friedliche Konfliktlösungen.

Ein langer Streit beweist, dass beide Seiten Unrecht haben. (Voltaire)

Streitschlichter – für alle ein Gewinn

Das Angebot der Streitschlichter ist ein großer Gewinn für unser Schulleben: Ältere Schüler werden in ihrer Persönlichkeitsentwicklung gefördert und jüngere Schüler haben persönliche Ansprechpartner, an die sie sich wenden können, wenn sie Streitigkeiten und Konflikte nicht allein lösen können.Während der Ausbildung reflektieren die Streitschlichter eigene Gefühle und ihr Verhalten in Konflikten. Außerdem erproben sie verschiedene Lösungsstrategien. Wenn sie als ausgebildete Streitschlichter jüngeren Mitschülern bei Auseinandersetzungen helfen und Schlichtergespräche führen, fördert dies zudem ihr Selbstbewusstsein und sie bauen ihre Fähigkeiten und Fertigkeiten im Bereich der sozialen Kompetenz aus.

Ausbildung zwischen Theorie und Praxis

Das Ratsgymnasium bildet interessierte Schüler der 8. Jahrgangsstufe zu Streitschlichtern aus. Die Ausbildung erfolgt im Rahmen einer AG im zweiten Halbjahr. Auf dem Zeugnis wird die Teilnahme an der AG bescheinigt. Im Anschluss an die Ausbildung sind die Schüler ein Jahr lang als aktive Streitschlichter tätig, bevor sie ein Zertifikat erhalten.

In der Schlichterschulung befassen sich die Achtklässler u. a. mit den Themen Konflikte, Gefühle, Gesprächsführung und Streitschlichtung. Theorie und Praxis wechseln sich in den Sitzungen ab. Viele Rollenspiele erleichtern den Zugang zu diesem Thema.

An der Ausbildung der Streitschlichter sind verschiedene Lehrer als Experten beteiligt. Die Koordination der Streitschlichterausbildung und die Betreuung der Streitschlichter übernimmt Petra Heimann.

Als Paten Kontakte knüpfen

Teil unseres Streitschlichterkonzepts ist es, dass die Streitschlichter ein vertrauensvolles Verhältnis zu den jüngeren Schülern aufbauen. Die Hemmschwelle, die älteren Mitschüler um Hilfe zu bitten, soll möglichst gering sein. Dies gelingt mit verschiedenen Aktionen, wie z. B. Mal- oder Fotowettbewerben und Mitgestaltung von Klassenleiterstunden zur Förderung der Klassengemeinschaft. Entscheidend trägt aber auch das Patenprojekt dazu bei, ein vertrauensvolles Verhältnis aufzubauen. Streitschlichter stellen sich freiwillig als Paten für die neuen Fünftklässler zur Verfügung. Sie gestalten den Schnuppernachmittag zusammen mit den Klassenlehrern und dienen gerade in den ersten Wochen als besondere Ansprechpartner für die neuen Schüler. Außerdem helfen sie bei der Gestaltung des Kennenlernnachmittages und organisieren ein Völkerballturnier, um den Neuen die Eingewöhnung zu erleichtern.

Hilfe im Konfliktfall

Schüler der 5. und 6. Klasse können sich in der zweiten großen Pause an die Streitschlichter wenden, wenn sie Hilfe bei der Lösung von Konflikten benötigen oder Gesprächsbedarf haben. Können die Probleme nicht in der Pause behoben werden, vereinbaren die Streitschlichter in Absprache mit den Konfliktparteien einen weiteren Termin. Herrscht in Klassen ein rauer Umgangston und besteht viel Konfliktpotential, können die Streitschlichter auch in Zusammenarbeit mit den verantwortlichen Lehrkräften eine Stunde zu Themen wie Klassengemeinschaft, Konfliktbarometer usw. gestalten.

Ablauf der Streitschlichtung

Ein Streitschlichtergespräch besteht aus folgenden Phasen. Den Ablauf der Streitschlichtung stellen die Klassenpaten im Politikunterricht der 5. Klassen vor,

  • Begrüßung und Vorstellung
  • Feststellung der Gesprächsgrundlage
  • Versicherung der Neutralität
  • Erläuterung der Gesprächsregeln
  • Darstellung der Sichtweisen der Streitenden
  • Rückfragen > Gefühle / Beweggründe
  • Lösungsmöglichkeiten
  • Einigung / Schlichtungsformular
  • Verabschiedung

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